Ein umfangreiches Kartierungsprojekt

Sumpf-Stendelwurz - in Lippe vermutlich ausgestorben | Foto: B. Brautlecht

Die Zeit steht nicht still. Zehn Jahre nach der Herausgabe des "Verbreitungsatlas der Farn und Blütenpflanzen in Nordrhein-Westfalen" hat sich viel verändert. Landschaftswandel, regionale Klimaveränderung aber auch geänderte Nutzungsformen haben seitdem weitreichende Einflüsse auf die Verbreitung vieler Arten gehabt. Viele Vorkommen sind zurück gegangen oder erloschen, andererseits wurden neue Fundstellen (wieder-)entdeckt.

Wie ist die aktuelle Gefährdung?


In den nächsten vier Jahren soll, getragen durch einen möglichst großen Kreis ehrenamtlicher Kartierer, die Datengrundlage für die nächste Rote Liste im Jahr 2020 und für einen aktualisierten Verbreitungsatlas geschaffen werden.

Erstmals ist über ein Internetportal die unmittelbare Eingabe und die genaue Verortung der Fundpunkte möglich. Koordiniert wird die Kartierung durch fünf Regionalstellen, die im Auftrag der LANUV die Arbeit der ehrenamtlichen Kartierer vor Ort organisieren.

Die Biologische Station Lippe beteiligt sich an der landesweiten Kartierung und unterstützt die Regionalstelle "Ostwestfalen", die von der Geobotanischen Arbeitsgemeinschaft des Naturwissenschaftlichen Vereins Bielefeld und der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld gebildet wird.

Rundblättriges Wintergrün | Foto: M. Füller
Deutscher Enzian | Foto: M. Füller
Schmalblättriger Hohlzahn | Foto: H. Brinkmann

Was wird kartiert?

Im Fokus stehen natürlich die seltenen, mehr oder weniger stark gefährdeten Pflanzenarten. Um die Aktualität des Datensatzes zu gewährleisten, werden grundsätzlich nur Funde aus den Jahren 2013 und folgende berücksichtigt. Aus der Vergangenheit bekannte Fundorte können nur aufgenommen werden, wenn durch aktuelle Begehungen die derzeitige Existenz gesichert ist. Nach einem einfachen Schlüssel werden auch Daten zur Bestandsgröße erfasst.

Wie können Sie mitarbeiten?

  • Nach einer Registrierung bei dem Internetportal können Sie Ihre Daten selbstständig und dezentral eingeben.
  • Selbstverständlich können Sie uns Ihre Funde auch schriftlich mitteilen oder bei uns vorbei kommen, damit wir Ihre Daten aufnehmen können.
  • Idealerweise werden Sie aktives Mitglied unserer Botanik AG, damit wir in einen engeren Austausch eintreten können. Bei Interesse schauen Sie doch einfach auf die aktuellen Termine der AG oder schicken Sie uns eine Mail.

Wann geht es los?

Eigentlich schon seit dem 01.01.2013. Alle Daten diesen Jahres sind für uns wichtig!!!