Juni 2014

Sturmmöwe brütet in Lippe

Ein Küstenvogel als Kulturfolger: brütende Sturmmöwe auf künstlicher Insel im Freizeitbetrieb | Foto: H. Sonnenburg
Bereits 2013 hat die Sturmmöwe hier gebrütet - auf dem Gerüst oben rechts | Foto: D. Lerche

Seit einigen Jahren fallen in der lippischen Weseraue übersommernde  Sturmmöwen auf, deren Verhalten auf Brutabsichten schließen ließ. Nun fand Holger Sonnenburg ein brütendes Paar ausgerechnet im Zentrum der Wasserskianlage des Weserfreizeitzentrums bei Kalletal-Varenholz. Vom Freizeitbetrieb offensichtlich unbeeindruckt haben sich die vor allem an der Meeresküste verbreiteten Vögel ausgerechnet eine Schwimmplattform als Nistunterlage ausgesucht.

Mit Spannung wird nun erwartet, ob das Brutpaar erfolgreich sein wird. Dass diese „neue“ Brutvogelart für Lippe so ganz neu nicht ist, stellte sich im Nachhinein heraus. Bereits im vergangenen Jahr entdeckte der Lemgoer Ornithologe Dietmar Lerche eine Brut auf einem Metallgerüst auf einer Schwimmplattform auf demselben Gewässer.

Aus dem benachbarten Weserraum sind vereinzelte Sturmmöwenbruten aus Hameln und Stolzenau gemeldet worden.

Mai 2014

Ökologisches Lippisches Birdrace

In jedem Jahr ein Problem - der durchaus häufige Gimpel | Foto: B. Brautlecht
Zwergschnepfe - wurde vor und nach dem BirdRace an den Zuckerteichen beobachtet Foto: B. Brautlecht

Durch Prüfungen, Geburtstage und kurzfristige Erkrankungen dezimiert starteten die lippischen  Birdrace Teams "Die Uhulogen" (Ulrich Kuhlmann, Werner Maas, Heiko Seyer) und "Diesmal sehen wir mehr" (Matthias Füller, Dietmar Lerche, Frieder Morgenstern) morgens um 4.00 Uhr bei bitterer Kälte und völliger Dunkelheit an unterschiedlichen Orten zu einem ereignisreichen, ganz im Zeichen der Vogelbeobachtung stehenden Tag.

Bis 17.00 Uhr hatten die "Mehrseher" über 50 km zurückgelegt, dabei den Teuto überwunden und waren mit bis dahin beobachteten 88 Arten zufrieden. Die "Uhulogen" hatten mehr Biss, setzten ihre Tour bis zum Norderteich fort und wurden mit 99 Arten belohnt.

Wie in jedem Jahr gab es erstaunliche Ergebnisse. Neben ornithologischen Besonderheiten, wie balzenden Waldschnepfen und dem letzten durchziehenden Raubwürger, fehlten natürlich auch Allerweltsarten, die man normalerweise immer sieht. Gimpel und Turmfalke machten sich rar. Gleichwohl wieder einmal ein schöner (und anstrengender Tag) mit tollen Beobachtungen bei strahlendem Sonnenschein. Einen Bericht von der Atmosphäre bei dem ersten lippischen BirdRace können Sie hier herunterladen.

April 2014

Erstnachweis des Triels im Kreis Lippe

Foto: M. Noltekuhlmann
Foto: M. Noltekuhlmann

Ein in der Nähe des Noltekuhlmannschen Anwesens bei Lieme gelegener Acker sorgte für die ornithologische Sensation dieses Frühjahres. Dort, wo sich im letzten Frühsommer regelmäßig am späten Nachmittag bis zu 28 Mäusebussarde zur Suche nach Regenwürmern einfanden, machte am 18.04.2014 ein Triel Rast. Um 16.00 Uhr entdeckt, hielt er noch aus, bis um 19.00 Uhr Frieder Morgenstern und gegen 20.00 Uhr auch Eckhard Möller den seltenen Gast optisch begrüßen konnten. Da er am folgenden Morgen nicht mehr gesehen wurde, hat er seine Reise vermutlich unmittelbar in der Nacht fortgesetzt.

Der Triel ist ein Bewohner vegetationsarmer Bereiche in Steppen, Halbwüsten und Trockengebieten. In Mitteleuropa von jeher selten, erstreckt sich sein Brutgebiet von Westfrankreich über den Mittelmeerraum ostwärts bis über das Schwarze Meer hinaus. In Nordrhein-Westfalen hat er nie gebrütet. Zwischenzeitlich in Deutschland als ausgestorben geltend, sorgt aktuell eine vom Elsass ausgehende Wiederansiedlung des Triels im Breisgau für Aufsehen.

März 2014

Der Bienfresser brütete 2004 letztmalig in Lippe |Foto: R. Haase
Die Bekassine gehört zu den ausgestorbenen ehemaligen Brutvögeln bei uns | Foto: J. Westphal

Gesamtartenliste für den Kreis Lippe erschienen


Seit den zusammenfassenden Arbeiten von Friedrich Goethe und Gustav Wolff um 1950 hat es keine Übersicht über die lippischen Vogelarten mehr gegeben. Frieder Morgenstern und Holger Sonnenburg haben sich, unterstützt von Eckhard Möller von der Avifaunistischen Kommission, an die Arbeit gemacht und z.T. mit kriminalistischem Spürsinn die in zahlreichen Publikationen verstreuten Meldungen zusammengetragen und natürlich auch unsere Sammelberichte der letzten Jahre ausgewertet.

Das Ergebnis ist beeindruckend! Seit dem Jahr 2000 haben 134 Arten (davon 118 regelmäßig) im Kreis Lippe gebrütet. 20 ehemalige Brutvogelarten sind ausgestorben. Betrachtet man die Gesamtzahl der jemals im Kreis nachgewiesenen Vogelarten, so ergibt sich zusamen mit den Zug- und Rastvögeln, den Irrgästen, Neueinwanderern und den Gefangenschaftsflüchtlingen die verblüffend hohe Zahl von insgesamt 295 Taxa. Es dauert nicht mehr lang, bis Lippe in den Klub der 300er Arten aufgenommen werden kann.

Die vorläufige Gesamtartenliste können Sie als pdf-Dokument hier herunterladen. Eine Publikation mit erläuternden Kommentaren und vollständigen Quellenangaben ist in Vorbereitung.

Ornithologischer Sammelbericht 2013

Neuntöter | Foto: B. Brautlecht


Dank der immer weiter zunehmenden Nutzung der Internetplattform ornitho.de konnte Holger Sonnenburg eine ungeheure Informationsfülle verarbeiten. Mit den zusätzlich bei uns eingegangenen Meldungen bilden rund 13.100 Datensätze die Grundlage des neuen ornithologischen Sammelberichtes für den Kreis Lippe. Damit der Bericht lesbar und für Sie interessant bleibt, haben wir eine Auswahl getroffen und stellen Ihnen von insgesamt 207 gemeldeten Arten "nur" 169 Arten mit rund 3.500 zusammengefassten Datensätzen näher vor. 
Die gute Datenbasis und -struktur ermöglichte es uns wieder zahlreiche Verbrei­tungskarten für einzelne Arten zu erstel­len.

Chaotischer Frühjahrszug, dramatische Brutsaison für Greifvögel und das Ausbleiben spektakulärer Brutvogelarten auf der einen Seite, viele seltene Durchzügler und Gastvögel und gleich zwei neue Vogelarten für Lippe auf der anderen Seite – so lässt sich das ornithologische Geschehen in Lippe im Jahr 2013 grob charakterisieren.

Ein rätselhafter Sänger in den Stapelager Bergen entpuppte sich als der erste lippische Grünlaubsänger. Ein merkwürdiger Gast am Futterhäuschen stellte sich sogar als Erstnachweis für Deutschland heraus – wenngleich die Anerkennung durch die deutsche Seltenheitskommission noch auf sich warten lässt. Spannende weitere Arten waren unter anderem Karmingimpel, Wespenbussard (Brutnachweis!) und Adler. Den aktuellen Sammelbericht können Sie als pdf-Dokument hier herunterladen. Mehr Informationen zu den Berichten der letzten Jahre erhalten Sie hier.

Dompfaff | Foto: B. Brautlecht
Buntspecht | Foto: B. Brautlecht

Jahrestreffen der ornithologischen Arbeitsgruppe


Dienstag 11.03.2014, 19.00 Uhr

Im Mittelpunkt der diesjährigen Versammlung steht natürlich der aktuelle ornithologische Sammelbericht, in dem Ihre Beobachtungen des letzten Jahres zusammen gefasst sind.
Wir stellen zudem eine vorläufige Gesamtartenliste für den Kreis Lippe vor und wagen einen Blick über die Grenze: H. Kobialka wird über erstaunliche Vogelbeobachtungen aus dem Kreis Höxter berichten.
Zum Abschluss zeigt B. Brautlecht brillante Bilder mit Bewegungsstudien von Vögeln an Futterhaus und Tränke.

Nähere Informationen finden Sie hier.....

Ort: Biologische Station Lippe
Interessierte sind herzlich willkommen!