März 2014 - Raupen des Schönbäres in Garten gefunden

 

Fundort - ein naturnaher Garten | Foto: M. Füller

Wieder einmal war es Herr Diether Tiemann, der uns auf einen bemerkenswerten Fund aufmerksam machte. In einem naturnahen Garten in Lügde fand er bereits in der letzten Märzwoche die auffällig gefärbten Raupen des Schönbäres (Callimorpha dominula). Auf ihre schwarz-gelbe Warntracht und ihre Behaarung vertrauend, die sie vor Fressfeinden schützt, sind die Raupen kaum zu übersehen.  In diesem Fall fraßen sie an Beinwell, der an dieser geschützten Stelle aufgrund des extrem milden Frühjahrs bereits geblüht hat.

 

Raupen des Schönbärs
an Beinwell
| Fotos: M. Füller

Warntracht

Bei Gefahr zeigen die erwachsenen Falter die auffälligen rot-schwarz gezeichneten Hinterflügel. Eine universell im Tierreich bekannte und leicht zu erlernende Warnung, die potentiellen Fressfeinden signalisiert, dass der Schmetterling ungenießbar ist. Im Vergleich hierzu setzen die Raupen auf den Kontrast von Schwarz und Gelb. Die noch durch die Behaarung verstärkte Botschaft ist die gleiche: besser nicht fressen!

Auffällige Kontraste und lange Haare
schützen vor dem Gefressen werden | Fotos: M. Füller

 

Warum sind die Raupen jetzt schon da?

Die Eiablage erfolgt Mitte bis Ende der normalerweise im Juni beginnenden Flugzeit. Die noch im Sommer schlüpfenden Raupen werden allerdings meist übersehen. Sie verkriechen sich dann in der Bodenstreu und überwintern dort. Im Frühjahr sind die sich dann umfärbenden Raupen auch wegen des anfangs geselligen Auftretens kaum zu übersehen. Der ungewöhnlich frühe Zeitpunkt des Fundes der weit entwickelten Raupen ist ein Indiz für das viel zu warme Frühjahr und den fehlenden Winter. Von den zahlreichen Futterpflanzen der Raupen wird der Beinwell besonders im zeitigen Frühjahr genutzt. Später wechseln die sich zunehmend vereinzelnden Raupen auch auf dann bereits beblätterte Gehölze.

Eine Art der feuchten Auen

Der eigentliche Lebensraum des Schönbäres sind von Gehölzen durchsetzte Bachauen und lichte feuchte Wälder. Hier fliegen die Falter im Bereich blütenreicher Säume. Die Eiablage erfolgt in Hochstauden-
säumen, an Bachufern und Waldrändern. Der zunehmend seltener werdende Schönbär ist nach der aktuellen Roten Liste für Nordrhein-Westfalen in seinem Bestand gefährdet. Mit der Wahl zum Schmetterling des Jahres 2010 wurde auf die bundesweite Gefährdungssituation aufmerksam gemacht.

Steinbachaue - hier war der Schönbär
früher noch häufig | Fotos: M. Füller

 

Offene Fragen

Der Fundplatz - ein trocken, warmer Lebensraum - entspricht eigentlich nicht den Erwartungen. Offensichtlich können sich die Ei- und Raupenstadien auch in weniger luftfeuchtem Klima entwickeln. Wenn dem so sein sollte, könnten naturnahe Gärten ein wichtiger Lebensraum für den in der freien Landschaft immer seltener werdenden Schönbär werden. Und vieleicht wird 2014 ja auch ein besonders gutes Flugjahr. Achten Sie einmal darauf.....