Wo in Lippe kommen noch Geburtshelferkröten vor? Ein Meldeaufruf

 

Geburtshelferkröte| Foto: R. Haase

Geburtshelferkröten waren in Lippe früher verbreitet. Heute sind nur noch wenige Vorkommen insbesondere im Teutoburger Wald, bei Alverdissen, Lügde und Sabbenhausen bekannt. Der Verlust geeigneter Laichgewässer, die Verschattung von Steinbrüchen, Mauern usw. hat zu dramatischen Bestandseinbrüchen bei dieser Art geführt.

Bevorzugte Lebensräume sind Steinbrüche mit Kleingewässern, aber sie scheut auch die Nähe zum Menschen nicht und kann auch in Gärten und Höfen gefunden werden. Wichtig für die Art sind fischarme oder -freie Gewässer als Laichplatz sowie möglichst besonnte Unterschlupfmöglichkeiten wie Natursteinmauern, alte Treppenstufen oder offene Uferböschungen.

Zu Sichtkontakt kommt es meist nur selten. Vielmehr sind es die auffälligen, wenn auch leisen Rufe, mit denen die Geburtshelferkröten auf sich aufmerksam machen. In den meisten Fällen wissen die Menschen nicht, wer da eigentlich ruft. Die an Morsezeichen oder Glöckchen erinnernden Laute lassen sich nur schwer orten. In den Emmerwiesen heißt ein Gewässer heute noch Glockenpfuhl - ein Indiz dafür, dass der "Glockenfrosch", wie die Art früher genannt wurde, dort früher häufig vorgekommen ist.

Den merkwürdigen Namen Geburtshelferkröte bekam dieser Froschlurch wegen einer höchst bemerkenswerten Art der Brutvorsorge seitens der Männchen. Diese wickeln die von den Weibchen abgelaichten Eischnüre um ihre Hinterbeine und tragen diese etwa drei Wochen mit sich herum, bis die Kaulquappen bereit zum Schlüpfen sind. Diese werden dann in einem Tümpel, Teich oder einer tiefen Wagenspur etc. entlassen, wo sie sich weiterentwickeln.

Wegen des starken Rückgangs der Geburtshelferkröte sammelt die Biologische Station Lippe nun Funddaten dieses interessanten Froschlurchs. Mit Hilfe der Bevölkerung können bisher unbekannte Vorkommen ermittelt und ggf. Maßnahmen zum Schutz eingeleitet werden. Wer sich nicht sicher ist, ob er eine Geburtshelferkröte gehört hat: im Internet sind auch Froschlurchstimmen heute für jedermann abrufbar.

Wichtige Hinweise auf ein Vorkommen dieser Art liefern auch Sichtungen auffallend großer Kaulquappen. Diese können um die 8 cm groß werden und überwintern zum Teil im Laichgewässer, um sich im Folgejahr zu Ende zu entwickeln.