Der Wolf ist zurück

 

Wolf |Foto: H. Sonnenburg

Bereits im Sommer 2013 machte ein vermeintlicher Wolf in Lippe Schlagzeilen - anhand von Filmaufnahmen konnte jedoch festgestellt werden, dass es sich um einen wolfsähnlichen Haushund handelte, dessen Besitzerin sich auch alsbald meldete. Im aktuellen Fall gibt es aufgrund von Aufnahmen einer Wildkamera und der inzwischen vorliegenden Untersuchungsergebnisse des vor Ort gesicherte DNA-Materiales keine Zweifel.

Am 22.04.2016 teilte das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW mit, dass anhand der Abstrichproben festgestellt wurde, dass es sich um einen männlichen Welpen aus einem Rudel in Cuxhaven (Niedersachsen) gehandelt hat. Dieses Rudel hatte im Jahr 2015 erstmals Nachwuchs gehabt.

Der einjährige Wolfsrüde aus diesem ersten Wurf wurde erstmals am 16. Februar 2016 durch genetische Spuren an einem gerissenen Schaf in der Nähe seines Heimatrudels dokumentiert. In den folgenden 38 Tagen bis zum 27. März hat er eine Strecke von 230 km (Luftlinie) von Cuxhaven bis in den Kreis Lippe zurückgelegt. Am 06. April wurde das Tier erneut durch genetische Untersuchungen an Rissen in weiteren 80 km Entfernung im Kreis Warendorf nachgewiesen. Seitdem fehlen weitere Nachweise dieses Wolfes.

Wölfe waren im Mittelalter in Nordrhein-Westfalen weit verbreitet und noch im 16. und 17. Jahrhundert unter anderem in der Senne jahrweise recht häufig. Intensive Verfolgung sorgte für einen stetigen Rückgang, so dass nach 1770 der Wolf wohl nicht mehr als Standwild in Westfalen vorgekommen sein dürfte. Später gesichtete und vielfach erlegte Exemplare waren wohl Zuwanderer. In Lippe wurde der letzte Wolf vor 266 Jahren erlegt.

Aktuell gibt es nun wieder 7 gesicherte Wolfsnachweise aus Nordrhein-Westfalen.

Wolf | Foto: H. Sonnenburg