Die Nutria - in Lippe offenbar häufiger als geglaubt

 

Nutria - die markanten Schneidezähne verraten zweifelsfrei, dass es sich um ein Nagetier handelt |Foto: Jan-Ole Kriegs

Während Nutrias zum Beispiel am Niederrhein oder im Münsterland stellenweise häufig sind und sich an den Menschen gewöhnt haben, spielten sie in Lippe in letzter Zeit keine große Rolle. Zwar gab es bereits Nachweise nach dem zweiten Weltkrieg, und in den Streckenlisten des Jagdkreises Lippe wurde die Art bis in die 80er Jahre regelmäßig geführt. Doch danach wurde es hier vergleichsweise ruhig um den Sumpfbiber.

Aktuelle Nachweise

Nutria-Bau in der Uferböschung der Emmer
Nutria - Trittspuren im Uferschlamm

In den letzten Jahren findet man vermehrt Fußabdrücke der Nutria im feuchten Uferschlamm an der Weser und der Emmer. Auch die Sichtmeldungen werden zahlreicher. So konnten Nutrias an der Wörmke, der Emmer und der Retlage beobachtet werden. An der Emmer bei Schieder fanden wir einen Bau und kurz darauf wurde ein jungeführendes Weibchen gesichtet. An der Werre gab es einen Totfund an einer Wehranlage. Das ist sicherlich nur die Spitze des Eisberges, denn trotz ihrer beträchtlichen Größe (etwa hasengroß) bleiben Nutrias nicht selten vom Menschen unbemerkt.

Bisams sind kleiner als Nutrias und nutzen ihren Schwanz als "Heck-Antrieb"

Die Abfolge milder Winter mag zum Populationsanstieg beigetragen haben. Nutrias reagieren empfindlich auf strenge Winter. So bleibt also abzuwarten, wie es mit der Populationsentwicklung längerfristig weitergeht.

Nicht alle größeren Nagetiere an Gewässern sind Nutrias. Die meisten Beobachtungen betreffen nach wie vor Bisams. Diese sind kleiner als Nutrias. Unproblematisch sind beide Arten nicht. Sie können Uferböschungen untergraben und setzen Röhrichtbeständen teilweise erheblich zu.