Helm-Azurjungfer in Bad Salzuflen gefunden

 

Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) | Foto: U. Hoffmann
Die namensgebende Zeichnung auf dem 2. Hinterleibsegment erinnert an den Helm des Merkur

Mathias Lohr staunte nicht schlecht, als er bei Bad Salzuflen buchstäblich über eine Libellenart stolperte, die auch unter Kennern als besonderes Kleinod gewertet wird. Die Helm-Azurjungfer war in OWL bislang nur von wenigen Stellen aus Paderborn und Minden-Lübbecke bekannt. Schöner hätte der Libellenexperte aus Holzminden für seinen Ausflug über die Landesgrenze kaum belohnt werden können. Doch warum ist diese kleine Libellenart, die sich auf dem ersten Blick nicht von anderen Kleinlibellen unterscheidet, so selten?

Wiesengräben als Fortpflanzungsstätte

Fortpflanzungsgewässer der Helm-Azurjungfer | Foto: U. Hoffmann
Kleiner Blaupfeil im selben Habitat | Foto: U. Hoffmann

In Nordrhein-Westfalen kommt die Helm-Azurjungfer vor allem an kleinen, gut besonnten Wiesen-Gräben mit ganzjähriger Wasserführung vor. Die Fortpflanzungsstätten sind meist quellnah und weisen ein sauberes, basenreiches Wasser auf. Entscheidend ist das Auftreten einer wintergrünen Unterwasservegetation. Oft ist die Berle die dominante Pflanzenart. Die Weibchen benötigen solche Strukturen für die Eiablage.

Derlei Gewässer finden sich in Nordrhein-Westfalen nicht mehr häufig. In anderen Ländern können die Habitatansprüche auch abweichen.

Oft findet man im selben Lebensraum den Kleinen Blaupfeil - so auch beim Fundort in Bad Salzuflen. Diese Art ist bei uns ebenfalls nur selten zu finden.

Die Helm-Azurjungfer zählt zu den FFH-Arten und wird im Anhang II geführt. Dieser Anhang enthält Arten, deren Habitate durch Schutzgebiete geschützt werden sollen. Somit beherbergt Lippe neben der Großen Moosjungfer (siehe hier...), dem Hirschkäfer (siehe hier...) und dem Eremiten (siehe hier...) eine weitere FFH-Insekten-Art.