Bedeutung der Felsklippen und Höhlen im Gebirgszug von Teutoburger Wald und Egge für Fledermäuse

Felsklippen in der Bielsteinschlucht | Foto: M. Füller

Die Spalten und Höhlen der Kreideformationen von Teutoburger Wald und Eggegebirge beherbergen zahlreiche überregional bedeutende Winterquartiere für Fledermäuse. 

Intensivere Untersuchungen durch die ehrenamtliche Fledermaus Arbeitsgruppe der Biologischen Station Lippe gaben Hinweise auf bislang unbeachtete Phänomene hinsichtlich der aktuellen Größe der Winterschlafgemeinschaften, der zeitlichen Nutzung der Quartiere im Jahresverlauf und ihrer besonderen Bedeutung zu den Schwärmphasen der Fledermäuse im Herbst und Frühjahr.

In einem von der Stiftung für die Natur Ravensberg und der Kurt-Lange Stiftung (Bielefeld) geförderten Forschungsprojekt unserer Station werden deshalb seit Beginn des Jahres 2011 folgende Fragestellungen intensiver untersucht:

Aktuelle Bedeutung der Fledermaus-Winterquartiere des Gebirgszuges

  • Wie groß sind die Überwinterungsgemeinschaften?
  • Wann findet die Besetzung der Quartiere statt?
  • Welche Arten nutzen die verschiedenen Quartiere?
  • Wie verändern sich die Besiedlungszahlen im Jahresverlauf?
  • Gibt es eine Abhängigkeit vom saisonalen Wetterverlauf oder mikroklimatischen Parametern in den Quartieren?

Bedeutung der Felswand- und Höhlenstrukturen zu den Schwärmphasen

• Zusammensetzung und Größe der Schwärmgemeinschaften?
• Erfolgt ein Austausch zwischen räumlich benachbarten Schwärmgemeinschaften?
• Welche Bedeutung haben die Winterquartiere zur Schwärmzeit / Erfolgen auch im Sommerhalbjahr Einflüge?

Dauer des Projektes: 01.03.2011 - 31.12.2012

Beteiligte

Aktuelle Kartierer und die Vorgänger-Generation

Federführend begleitet wird das Projekt von Arnt Becker, Rene´ Reifenrath,  Astrid Fölling und Matthias Füller aus unserer Arbeitsgruppe. Hinzu kamen bei den diversen Fangeinsätzen und Höhlenkontrollen zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter. Bei Parallel-Netzfängen zur Untersuchung der Interaktion zwischen benachbarten Schwärmgemeinschaften erfolgte eine Unterstützung durch faunistische Büros (Echolot und NZO GmbH). 

Ergebnisse

Seit Dezember 2012 liegt der Projektbericht den fördernden Stiftungen vor.

Daten zur aktuellen Bedeutung der Winterquartiere und eine zusammenfassende Darstellung der historischen Entwicklung wurden im November 2012 in den Lippischen Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde des Naturwissenschaftlichen Vereines für das Land Lippe  dargestellt.

  • Füller, M., A. Becker, A. Fölling und R. Reifenrath (2012): Die Höhlen im lippischen Eggevorland als Winterquartier für Fledermäuse. Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde 81, S. 258-283.

Die Bedeutung der Quartiere zu den Schwärmzeiten der Fledermäuse, sowie Größe, Zusammensetzung und Interaktionen der verschiedenen Schwärmpopulationen wurden im 51. Jahresband des Naturwissenschaftlichen Vereins für Bielefeld und Umgegend veröffentlicht. 

  • Fölling, A., Reifenrath, R., Becker, A., Füller, M. (2013): Zur Bedeutung der Höhlen im lippischen Eggevorland als Schwärmquartiere für Fledermäuse. Ber. Naturwiss. Verein für Bielefeld u. Umgegend 51, S. 142-155.

  • Weitere Veröffentlichungen zu Fledermausaktivitäten in den Winterquartieren sind geplant. Näheres erfahren Sie auf den folgenden Internetseiten.

Danksagung

Wir danken der Stiftung für die Natur Ravensberg und der Kurt-Lange-Stiftung für die großzügige Finanzierung unseres Forschungsprojektes, dem Landesverband Lippe, insbesondere Herrn Forstdirektor Hans-Ulrich Braun und dem Kreis Lippe für die Erlaubnis die Untersuchungen durch führen zu dürfen, den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst in Lippe (AGHKL), insbesondere Herrn Bernd Thesing, für vielfältige Unterstützung und den zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern die uns bei der Abwicklung des Projektes tatkräftig unterstützen.