NSG Biesterberg

Lage und Abgrenzung

Kernbereich des 75 ha großen, südlich von Lemgo gelegenen NSG ist ein von der Britischen Armee von 1953 bis 1990 genutzter Truppenübungsplatz. Ein Teil des ehemaligen Übungsgebietes ist heute im Besitz des Bundesvermögensamtes
(7 ha) und der STAFF-Stiftung Lemgo (20 ha). Ebenfalls zum NSG gehört der östlich angrenzende Laubwaldkomplex mit mehreren Teichen und alten Mergelgruben. 

Ausblick nach Westen
Bodenwellen und Gebüsche
- Erbe der militärischen Nutzung | Fotos: M. Füller

Charakteristika des NSG

Das Mosaik aus extensiv genutzten Freiflächen, begleitenden Hecken und Gebüschen sowie die durch Wälder und landwirtschaftliche Nutzflächen abgeschirmte Lage machen den besonderen Reiz dieses Gebietes aus. Vor einer Nutzungsintensivierung durch die militärische Nutzung geschützt, hat sich auf dem reich gegliederten Gelände eine Insel der Artenvielfalt entwickelt und erhalten. Ergänzend sind ökologisch wertvolle und kulturhistorisch bedeutende Elemente der historischen Kulturlandschaft, wie die Lemgoer Landwehr und mehrere alte Mergelgruben, hervorzuheben. 

Wälle der alten Landwehr
Mergelgrube im Steinmergelkeuper
Blühaspekt der Freiflächen im Sommer 2012
Am Nordhang
Kuppe des Biesterberges
Altbäume an der Landwehr| Fotos: M. Füller

Wie es zur Ausweisung des Schutzgebietes kam 

Das Potential des Biesterberges wurde durch ein Gutachten des Lager Entomologen Hans Retzlaff im Jahr 2000 in so beeindruckender Weise belegt, dass drei Lemgoer Naturschutzverbände die Ausweisung als Naturschutzgebiet beantragten. Nachdem bereits im Jahr 2003 die Lemgoer Staff-Stiftung 20 ha des ehemaligen Truppenübungsplatzes erworben hatte, erfolgte im Jahr 2007 die Ausweisung des heutigen NSG. 

Neuntöter | Foto: B. Brautlecht
"Blutströpfchen" | Foto: M. Füller
Sigmarswurz | Foto: M. Füller

Und was macht die Biologische Station dort?

Kartierungen / Gutachten

Seit dem Jahr 2004 erfassen wir Tier- und Pflanzenarten im Gebiet und haben einen flächendeckenden Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Ziele sind hierbei u.a. durch eine abgestufte Nutzung die Artenvielfalt der Freiflächen zu erhalten und in Teilbereichen die natürlichen Verbuschungsprozesse zu verlangsamen.

Grünlandmanagement

Seit der Einstellung des Übungsbetriebes schließt sich die zuvor zerstörte Vegetationsdecke zunehmend. In der Folge verschwinden die wenig konkurrenzkräftigen Rohbodenbesiedler und die Gebüsche wandern vor. Durch eine abgestufte Nutzung des Grünlandes, regelmäßiges Zurückdrängen der Gehölzausläufer und gezielte Bodenverwundungen soll die Artenvielfalt des Gebietes erhalten werden. Die hierzu erforderlichen Arbeiten werden überwiegend von der Schäferei Plassmann im Rahmen der Beweidung des Gebietes und von Mitarbeitern der Staff-Stiftung Lemgo durchgeführt.

Schafe der Schäferei Plassmann halten die Flächen frei
Blühaspekt durch späte Nutzung
Abgestufte Nutzung - im Vordergrund unbeweidet

Schutz der Landwehr

Im Bereich des NSG liegt der einzige in der offenen Feldmark erhaltene Abschnitt der Lemgoer Landwehr. In der Nähe des ehemaligen Durchlasses hat der Verein Alt Lemgo zusammen mit der Staff-Stiftung einen Abschnitt des ehemaligen begleitenden Spitzgrabens freigelegt. Mitarbeiter der Biologischen Station haben die Heckensträucher wieder verflochten, so dass hier die Funktion einer Landwehr ansatzweise nachvollzogen werden kann. 

Wie eine grüne Mauer - ehem. Landwehr am Südrand des NSG.
Auf den Stock gesetzte verjüngte Landwehr-Hecke.
Durch Verflechten der Zweíge entstand ein undurchdringlicher Verhau
Wiesen-Flockenblume | Foto: M. Füller

Weitere Maßnahmen

Aufgrund seiner Lage und Attraktivität ist der Biesterberg ein beliebtes Ausflugsziel. Leider nicht immer von verantwortungsvollen Besuchern. So müssen Mitarbeitern der Staff-Stiftung regelmäßig hinterlassenen Müll entsorgen. Maschinell unterstützt werden zudem in mehrjährigen Rhythmen Gehölzausläufer zurück gedrängt. Von Mitarbeitern der Biologischen Station wurden ergänzend kleinere Heckenabschnitte auf den Stock gesetzt. 

Kooperation

Die vielfältigen Maßnahmen im Bereich des NSG Biesterberg sind nur möglich durch das hohe Engagement der Staff Stiftung Lemgo. Herrn Gerke und seinen Mitarbeitern sei hierfür und für die stetige Kooperationsbereitschaft herzlich gedankt. Dass es das NSG in seiner heutigen Gestalt überhaupt gibt, ist aber vor allem ein Verdients der Lemgoer Naturschutzverbände. Stellvertretend für viele Akteure seien hier nur Herr Hentschel und Herr Kramer erwähnt.

Aktuelle Entwicklungen

Im April 2013 wurden zur Erhöhung der Standortvielfalt von Herrn Begemann - Mitarbeiter der Staff-Stiftung - Rohbodenflächen angelegt. Warum diese Bodenverletzungen notwendig sind und wie eng Zerstörung und Schutz miteinander verbunden sein können, erfahren Sie hier....