Ackerwildkrautschutz

Die im NSG Biesterberg auf alten Ackerböden im Bereich des ehemaligen TÜP angelegte Rohbodenflächen haben zu einer deutlichen Strukturanreicherung des Gebietes beigetragen. Die erhoffte Reaktivierung des Samenpotentials ist jedoch bislang ausgeblieben. Erst als in ganz anderem Zusammenhang kleinere Flächen gegrubbert wurden, tauchten schon kurz nach dem Eingriff einige der sehnlich erwarteten Acker-Begleitkräuter auf. Und nicht nur diese. Auch die immer seltener werdende Feldlerche hatte diesen Brutplatz sofort angenommen.

Abgeschobene Rohbodenmulde
Gegrubberte Rohbodenfläche | Fotos: M. Füller

Gefährdete Spezialisten der Ackerkulturen

Auf der gegrubberten, nicht mit Spritzmitteln behandelten Fläche entwickelte sich ein großer Bestand der in NRW gefährdeten Ackerröte (Sherardia arvensis). Diese ursprünglich aus dem Mittelmeer-Gebiet stammende Art wächst bei uns als Begleitkraut auf Ackerflächen mit mäßig trockenen, nährstoff- und kalkhaltigen Böden. Im Zuge der Intensivierung des Ackerbaues ist sie durch den vermehrten Einsatz von Herbiziden sehr selten geworden. Bei der aktuellen Florenkartierung sind im Kreis Lippe erst sieben Standorte bekannt geworden. Ulrike Hoffmann konnte zudem noch den stark gefährdeten Acker-Ziest (Stachys arvensis), die Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus) und viele weitere Arten entdecken.

Wird schnell übersehen - die unscheinare Ackerröte | Foto: M. Füller
Erst aus der Nähe
zeigt die Ackerröte
ihre wahre Schönheit | Fotos: M. Füller

Die extensiv bewirtschafteten und seit Jahrzehnten nicht mit Herbiziden behandelten Flächen im NSG Biesterberg stellen einen idealen Rückzugsort für die gefährdete Acker-Begleitflora dar.

Geringe Halbwertszeiten

Regelmäßige Bearbeitung - Grundlage für den Schutz von Ackerwildkräutern

Ein Charakteristikum der Acker-Begleitkrautarten ist, dass ihre dauerhafte Existenz an die regelmäßige Bodenbearbeitung gebunden ist, da sie in der sich schließenden Vegetationsdecke sonst nicht konkurrenzfähig sind.

Deshalb wurde im März 2017 in Abstimmung mit dem Bewirtschafter der Flächen (Schäferei Plaßmann, Billinghausen), dem Flächenbesitzer (STAFF-Stiftung) und der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe erneut eine 30x30 m große Fläche gegrubbert.

Wir hoffen, dass die Vorkommen der Acker-Wildkrautarten bei regelmäßiger Wiederholung der Maßnahme langfristig erhalten werden können und danken allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und vor allem der STAFF-Stiftung für die Finanzierung der Maßnahme.