Gartenabfälle am Ortsrand von Hiddesen - eine Dauerbelastung für das NSG

Gartenabfall am Bentweg | Foto: H. Sonnenburg

Entlang des Siedlungsrandes Hiddesen werden immer wieder illegal Gartenabfälle am Rand des Schutzgebietes abgeladen. Kein schöner Anblick und zugleich Ursache von unangenehmen Begleiterscheinungen. Wo einst Bestände von Blaubeeren, Preiselbeeren und Rauschbeeren bis an den Waldrand heranreichten, übernehmen zunehmend Exoten und sogenannte Störungszeiger das Regime.

Brennesseln statt Blaubeeren? - Nein Danke!

Brennnesseln werden oft durch Gartenabfälle gefördert | Foto: H. Sonnenburg

Durch den Nährstoffeintrag werden aggressive Allerweltsarten wie Brennnesseln oder Brombeeren gefördert und können sich weiter ausbreiten. Neu aufgetragener Rasenschnitt unterdrückt diese Arten nur scheinbar, denn sie regenerieren sich ständig aus Wurzelausläufern und profitieren sogar vom Nährstoffeintrag.

Der hier betroffenen naturnahe, lichte Birken-Kiefernwald ist von Natur aus nährstoffarm und weist eine schützenswerte Flora auf. So sind die standorttypischen Blau- und Rauschbeerbestände und andere schützenswerte Arten bis hin zu Torfmoosen gefährdet.

Exoten verdrängen Blaubeeren und Heidekräuter

Die Kolbenspiere, eine aus Kreuzung entstandene Zierpflanze, breitet sich in das NSG aus | Foto: H. Sonnenburg

Doch auch von eingeschleppten Gartenpflanzen geht eine Gefahr aus. Aus Samen, Knollen oder Wurzelteilen können sich neue Pflanzen generieren und sich im schlimmsten Fall aggressiv vermehren und in das Schutzgebiet hinein ausbreiten. Die angestammte Vegetation mit schutzwürdigen Arten degeneriert zusehends. Hier sind es vor allem die Kolbenspiere, die Immergrüne Geißschlinge und Zwergmispeln, die sich ausgehend von den "Verklappungsstellen" ausbreiten.

Die aus Asien stammende Immergrüne Geißschlinge (schmale Blätter) ist im Lichtkampf gegen das heimische Wald-Geißblatt überlegen | Foto: H. Sonnenburg
Glänzende Zwergmispel - Herkunft: China
Verschiedenfarbige Schwertlilie - Herkunft: N-Amerika
Gewöhnliche Mahonie - Herkunft: N-Amerika
Kleines Immergrün und Japanischer Yysander

Exoten versus heimische Flora

Exoten gelangen nicht nur durch Gartenabfälle, sondern auch durch eigenständiges Verwildern, Sameneintrag durch Wind oder Vögel oder durch die Forstwirtschaft in die Landschaft. Im NSG Donoper Teich - Hiddeser Bent wurden bislang etwa 340 Pflanzenarten nachgewesen. Die Liste nicht einheimischer Arten umfasst mindestens 36 Arten. Somit zählt bereits jede zehnte Art nicht zum natürlichen Arteninventar des Gebietes! Folgende Liste zeigt einige Artbeispiele eingeschleppter Arten.

Die aus Nordamerika stammende Schneebeere ist durch Vögel oder Gartenabfälle ins Gebiet eingeschleppt worden und bildet große Bestände entlang der Wanderwege | Foto: H. Sonnenburg

Wohin sonst mit den Gartenabfällen?

Die Stadt Detmold gibt wertvolle Tipps zum Thema Gartenabfälle. Die mit Abstand sinnvollste Verwendung von Gartenabfällen ist die Kompostierung im eigenen Garten. Sie bilden so einen kostenlosen und hochwertigen Dünger. Sie können Gartenabfälle auch zum Mulchen benutzen. Gehölzschnitt bildet als Reisighaufen Quartier für Kleinvögel wie den Zaunkönig.

Sie können ihre Gartenabfälle auch über die Grüne Tonne oder bei der Deponie Hellsiek entsorgen.