NSG Sonneborner Hochfläche mit Knappberg

Lage und Abgrenzung

Das 51 ha große NSG liegt in der Gemeinde Barntrup unmittelbar oberhalb des Dorfes Sonneborn. Es umfasst den Knappberg und die steilen Hanglagen am Rand der Sonneborner Hochfläche. Hier sind im bewegten Gelände typische Biotopstrukturen des Pyrmonter Berglandes in einer hervorragenden Ausstattung  erhalten geblieben.

Der Knappberg| Foto: M. Füller
Ansicht von Sonneborn| Foto: B. Brautlecht
Obstwiese am Rand der Sonneborner Hochfläche| Foto: M. Füller

Charakteristika des NSG

In dem reliefreichen Gelände prägen artenreiche Hecken, die auf Geländeterrassen verlaufen, das Landschaftsbild und bieten Brutplätze und Verstecke für Neuntöter und andere Bewohner dichter Gebüsche. Weitere für das Pyrmonter Bergland typische Biotope, wie Streuobstwiesen, wärmeliebende Saumgesellschaften und Magerwiesen, liegen in der unmittelbaren Umgebung und bereichern das Lebensraumangebot.

Alter Muschelkalk-Steinbruch
Deutscher Enzian| Fotos: M. Füller

Kernbereich des NSG sind die auf Muschelkalkgesteinen wachsenden artenreichen Halbtrockenrasen auf dem Knappberg. Sie sind durch die bis in die 1950er Jahre praktizierte Ziegenbeweidung entstanden. In Folge dieser Nutzung bildeten sich blütenreiche Pflanzengesellschaften heraus, in denen neben Manns-Knabenkraut und Glockenblumen auch verschiedene Enzian-Arten und die gefährdete Futter-Esparsette wachsen. Durch die Entnahme von Kalkstein zur Düngung ackerbaulicher Flächen wurde der Boden zusätzlich gestört, so dass Lebensräume für zahlreiche inzwischen gefährdete Rohbodenbesiedler entstanden.

Neuntöter | Foto: B. Brautlecht
Nierenfleck-Zipfelfalter | Foto: M. Füller
Futter-Esparsette | Foto: B. Brautlecht
Schmalblättriger Hohlzahn | Foto: H. Brinkmann

Und was macht die Biologische Station dort?

Mit der Einstellung der historischen Nutzung verbuschten große Bereiche des Gebietes. Pflegemaßnahmen durch die Interessentengemeinschaft Sonneborn (der Zusammenschluss der ehemals Hudeberechtigten) konnten diesen Prozess zwar verlangsamen, aber insgesamt nicht aufhalten. In Kooperation mit der Interessentengemeinschaft setzt die Biologische Station Lippe seit dem Jahr 2003 ihre Schaf- und Ziegenherde zur Beweidung des Knappberges ein und hat so die historische Nutzung wieder aufgenommen. Seitdem ist eine stetige Regeneration der Halbtrockenrasen feststellbar. Fast alle in den frühen Aufnahmen der 1960er Jahre nachgewiesenen Arten wachsen auch heute noch (oder wieder) auf dem Knappberg.

Wiederaufnahme der historischen
Nutzung auf dem Knapp | Fotos: S. Rzepka

Gutachten

Seit 1996 werden die Tier und Pflanzenarten des Gebietes von uns erfasst.
In dieser Zeit wurden u.a. erstellt:

  • Pflege- und Entwicklungsplan-Plan Knappberg (1998)
  • Effizienzkontrolle zur Vegetationsentwicklung (2008)

Pflegemaßnahmen

Manuelle Nachmahd am Ende der Beweidungsperiode

Frühjahr 2003 : Gemeinsame Freistellung von Teilbereichen des Knappberges durch Mitglieder der Interessentengemeinschaft Sonneborn, des Hegeringes sowie Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Lippe und der Biologischen Station Lippe.

Seit Herbst 2003: Jährliche Beweidung mit Ziegen und Schafen der Biologischen Station Lippe, anschließend Entfernen der Stockausschläge.

Literatur:

Füller, M. u. Meier, C. (2010): NSG Sonneborner Hochfläche mit Knappberg. Gute Aussichten für Enzian und Mannsknabenkraut. Naturschutzgebiete in Lippe, hrsg. von Biologischer Station Lippe, Kreis Lippe, Lippischer Heimatbund. S. 92- 95

Kooperation

Wir danken der Interessentengemeinschaft Sonneborn und der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Lippe für die hervorragende Zusammenarbeit.