NSG Tönsberg

Lage und Abgrenzung

Das 45 ha große NSG liegt bei Oerlinghausen auf dem von Sandsteinen aus der Unteren Kreide gebildeten mittleren Gebirgszug des Teutoburger Waldes. Es umfasst den östlichen Abschnitt des 334 m hohen und 3 km langen  Tönsberges. Kernbereich ist eine 15 ha große, als Bodendenkmal besonders geschützte vorgeschichtliche Wallburganlage.

Tönsberg-Nordhang | Foto M. Füller
Wälle des Westtores der Wallburg | Foto: M. Füller

Charakteristika des NSG

Das NSG wird dominiert von Vorwaldstadien und Sukzessionsflächen auf dem Nordhang des Tönsberges, die durch großflächige Kahlschläge vor der Unterschutzstellung des Gebietes entstanden sind. Im Kuppenbereich und auf dem Südhang wachsen ältere Fichten- und Lärchenkulturen. Kleinflächig sind Buchenwaldparzellen vorhanden.

Ausschlaggebend für die Ausweisung des NSG war die Gefährdung des Bodendenkmales durch intensive forstwirtschaftliche Nutzung (Wegebau, großflächige Kahlschläge). Durch massiven forstlichen Wegebau entstandene Sonderstandorte sind mit dem Aufwachsen der Gehölze inzwischen ebenso, wie die nach den Kahlschlägen kurzfristig entstandenen Besenheide-Aspekte, weitgehend wieder verschwunden.

Noch nicht umgewandelter Fichtenwald| Foto: M. Füller
Sukzessionsflächen auf dem Nordhang| Foto: M. Füller
Faulbaumbläuling | Foto M. Füller

Und was macht die Biologische Station dort?

Kartierungen / Gutachten

Seit dem Jahr 2001 kartieren wir die Tier- und Pflanzenwelt des Gebietes. In dem 2002 erstellten Biotopmanagementplan haben wir eine Zielkonzeption (Leitbild) für die Entwicklung des Gebietes formuliert.

Zur naturnahen Entwicklung des Gebietes werden auf den von der NRW-Stiftung erworbenen Flächen die alten Fichten- und Lärchen-Monokulturen mittelfristig unter Berücksichtigung des Bodendenkmal- schutzes in stabile, naturnahe Buchen-Mischwälder umgewandelt. Auf vor dem Erwerb großflächig freigestellten Flächen erfolgen teilweise ungestörte Sukzessionsverläufe, die über Vorwaldstadien und Mischbestände langfristig ebenfalls zu standortgerechten naturnahen Laubwald-Mischbeständen führen werden.

Blick auf Gut Wistinghausen| Fotos: M. Füller
Tönsbergquelle

 

Maßnahmen

Erhaltung von Sichtbeziehungen

Zur Veranschaulichung der strategischen Funktion der Wallanlage und zur Erhaltung des Landschaftserlebnisses werden in verschiedenen Bereichen durch wiederholte Gehölzentnahme Sichtschneisen offen gehalten.

Renaturierung der Sachsenquelle

2006: Renaturierung der Sachsenquelle in Kooperation mit dem Freilichtmuseum Oerlinghausen / Finanzielle Förderung durch die Heinz Sielmann-Stiftung und die NRW Stiftung.

Forstliche Maßnahmen

2005: Pflanzung von 3000 Buchen in einem vom Borkenkäfer befallenen, freigestellten Fichtenbestand (Kooperation mit dem Forstamt Lage).

2011: Vorbereitung der Strukturdurchforstung der Fichten-Lärchenbestände in Kooperation mit dem Forstamt Lage (Forstoberinspektor Schwabedissen)

Literatur

  • Biologische Station Lippe (2002): Pflege und Entwicklungsplan Tönsberg. 
  • Rahns, A. (2007): Tönsberg bei Oerlinghausen. Lippische Kulturlandschaften, Heft 7.
  • Rahns, A. (2010): NSG Tönsberg. Wie der Naturschutz hilft, Bodendenkmale zu erhalten. In Naturschutzgebiete in Lippe, . S. 179- 181.

Kooperation

Das Gebiet wird vom NABU Kreisverband im Auftrag der NRW Stiftung betreut.
Wir danken dem NABU Kreisverband Lippe, der NABU Ortsgruppe Oerlinghausen, dem Freilichtmuseum Oerlinghausen, Herrn Forstoberinspektor Schwabedissen, der NRW Stiftung, der Heinz Sielmann Stiftung und allen beteiligten Institutionen und Behörden für die kooperative Zusammenarbeit.